Innovative and affordable housing

 

2.Preis „Ideenwettbewerb zur Schaffung von nachhaltigem und preiswertem Wohnraum“ der Epple Unternehmensgruppe in Stuttgart

Der Bedarf an Wohnraum erfordert ein Umdenken von der derzeit vorherrschenden Bau-und Wohnweise. Kleine und minimale Wohnungen werden in Zukunft gerade in Städten als eine adäquate Wohnform erscheinen. Aktuelle Lebensweisen und zunehmende Flexibilität im Beruf werden eine zusätzliche Neuorientierung erfordern. Flexibleres Wohnen, spontaneres Umgestalten der Wohnungen oder gar das komplette Umziehen der gesamten Wohnung könnte diesem neuen Lebensstil wesentlich an Qualität zuträglich sein. Der Vorschlag für das Grundstück an der Seestrasse umfasst die Errichtung einer Primärstruktur, welche als eine Art Regal fungiert. Hier können die „Mieter“ ihre „Tiny Houses“ als eine Art Container einfügen, umbauen, miteinander verbinden, oder nur 
die Freiflächen (Balkone) nutzen. Ebenfalls sollen die eingebauten Teile jederzeit ohne größeren Aufwand wieder entfernbar sein. Der Entwickler stellt das Gerüst her und hält es instand, während die „Mieter“ einzelne „Slots“ mieten können. Je nach dem wie viele „Slots“ ein Mieter benötigt, kann er diese hinzu mieten. Die Primärstruktur beinhaltet das Traggerüst, Treppenhäuser und Aufzüge. Ebenso stehen Kräne auf dem obersten Gerüstteil zum einfacheren Anliefern der Wohneinheiten zur Verfügung. In der Mitte der Struktur gibt es auf jedem Stockwerk einen zentralen Weg, der Frischwasser und ein Vakuumentwässerungssystem für die einzubauenden Wohneinheiten bereitstellt. Die Anzahl der Wohnungen und die Größe dieser ist komplett flexibel und wird von den Bewohnern frei gestaltet. Der Besitzer der Primärstruktur vermietet lediglich die einzelnen „Slots“. Es wäre auch denkbar, das die Mieter die Primärstruktur in genossenschaftlichem Besitz gemeinsam errichten und verwalten.

Nachhaltigkeit

Zunächst ist jeder Wohncontainer eine eigene geschlossene thermische Hülle. Diese werden jedoch mit Vorhängen und klappbaren Trennwänden aus Polycarbonat von verschiedenen thermischen Zonen umgeben, die in den jeweiligen Witterungssituationen schaltbar sind. Die oberen beiden Stockwerke sind ein sogenannter Luftkollektor, der nach dem sogenannten kybernetischen Prinzip (entwickelt von Prof. Günter Pfeifer an der TU Darmstadt) warme aufsteigende Luft sammelt und je nach Bedarf einsetzt. Hier befindet sich auch eine Art Dachgarten. Im Winter sind die Vorhänge und Trennwände geschlossen und bilden so eine warme Lufthülle. Zudem steigt die von der Wärmestrahlung der Sonne erwärmte Luft nach oben in den Luftkollektor und wird von dort über die beiden Treppenkerne wieder nach unten gepumpt, dies erhält so die Wärmehülle aufrecht. Im Sommer sind Vorhänge und Wände geöffnet und die Lüftungsklappen oben am Luftkollektor geöffnet. So entsteht eine thermische Zirkulation, die eine spürbare Absenkung der gefühlten Temperaturen herbeiführt. Zudem sind die Bewohner angehalten, im Sommer eine starke Begrünung der Balkone und Freibereiche herzustellen, um somit eine Verschattung der Wohncontainer zu garantieren.