Ruinen – Architektur & Entropie

Jahressieger BauNetz Campus Masters 2016 Platz 2

Die Masterarbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der erste Teil wurde in zeitschriftartigem Layout vorgelegt und bietet Einblicke in das Thema der Ruinen im Architekturdiskurs. Die Arbeitet bietet hierbei einen historischen Überblick über die relevantesten Themen und Akteure aus Kunst, Architektur und Geisteswissenschaft zum Begriff der Ruine.

Die Ruinen selbst wurden schon in vielen Disziplinen als Objekt theoretischer Betrachtungen behandelt. Zwischen den einzelnen Gebieten ergeben sich viele Querbezüge. Während Geisteswissenschaftler den Einfluss der Ruine in Kunst und Kultur ergründen, müssen sich die Architekten mit ihrer physischen Anwesenheit und der funktionalen Sinnabwesenheit beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit den Ruinen hilft ihnen ihr Selbstverständnis zu hinterfragen.

Die Ruine ist eine Metapher für Scheitern und Neubeginn. Sie führt uns die Utopie vor Augen und das Vergehen von Ideen und Zielen. Herausgehoben aus der funktionalen Verwendungsgesellschaft ist sie eine Insel der Zeitlosigkeit. Diese Vergänglichkeit wird als Entropie beschrieben. Dieser Begriff – aus der Naturwissenschaft entlehnt – beschreibt den Zustand der größtmöglichen Unordnung und des gleichförmigen Chaos. Die Endgültigkeit darin mündet in Pessimismus.

Der Künstler Robert Smithson führt hier den Begriff des Provisoriums ein und damit das Potenzial, welches im Verfall verborgen ist und welches in dieser Arbeit anhand von verschiedenen Termini untersucht wird. Diese lauten: Abwesenheit, Erinnerung, Leere, Fragment, Schichtung, Ambiguität, Ephemer und Potenzial.

Prüfer: Prof. Dipl. Ing. Renzo Vallebuona Prof. Dr. Georg Vrachliotis