Madonna del Monte

 

Jahressieger BauNetz Campus Masters 2016 Platz 2

Die Masterarbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der erste Teil wurde in zeitschriftartigem Layout vorgelegt und bietet Einblicke in das Thema der Ruinen im Architekturdiskurs. Die Arbeit bietet hierbei einen historischen Überblick über die relevantesten Themen und Akteure aus Kunst, Architektur und Geisteswissenschaft zum Begriff der Ruine.

Der praktische Teil der Masterarbeit war der Entwurf eines Stipendiatenzentrums auf der Insel Madonna del Monte in der Lagune von Venedig.

Die Insel hat eine wechselvolle Geschichte als Kloster und später als Pulvermagazin hinter sich. Sie ist seit Jahrzehnten dem Verfall durch Erosion preisgegeben. Heute ist kaum mehr Land übrig und das Verschwinden der letzten Gebäudereste scheint absehbar.

Das neue Gebäude legt sich als Winkel um die Ruine, der sie vor der Brandung schützt und die Veränderung der Insel zwar steuert, diesen Prozess aber nicht beendet. Die Ruine wird dabei nicht wiederhergestellt, jedoch nicht als unantastbarer Ort betrachtet. Es findet eine Umdeutung statt. Die neuen Nutzungen wie Bibliothek, Labore und Zimmer befinden sich im äußeren Bereich der sich als neue Ufermauer und schützende Schicht versteht, in Anlehnung an den venezianischen Inseltypus, als ein von Menschenhand geschaffenes Bauwerk. Verbunden mit der Ruine ist dieser durch eine Vermittlerzone, welche dienende Funktionen aufnimmt. Die Ruine selbst wird dann in die letzte Schicht, welche als Erschließungs- und Kommunikationszone gedacht ist, integriert.

In der Mitte liegt schließlich die natürliche Insel, welche in Zukunft vor Erosion weitgehend geschützt ist, aber nicht komplett von den Einflüssen der natürlichen Entwicklungen abgegrenzt wird. Flut und Ebbe sind spürbar und werden die Insel auch in Zukunft gestalten.

Prüfer: Prof. Dipl. Ing. Renzo Vallebuona Prof. Dr. Georg Vrachliotis